De oide Bichla Fuigruam


oder auf "Neusprech" die alte Bichler Müllkippe....
Soweit ich mich erinnern kann fuhren die Bichler ihren Hausmüll bis ca. 1970 auf diese lokale Deponie. Ich war damals ungefähr 10 Jahre alt und holte mir dort, weil ich ein Radiobastler war alte weggeworfene Radios, Batterien und sonstigen Elektro und Elektronikschrott. Ich habe das Handwerk Rundfunk und Fernsehtechniker sozusagen auf eben dieser Müllkippe gelernt, mehr als in meiner offiziellen Ausbildung später.
Es machte auch sehr viel Spaß Spraydosen und Kanister mit unbekanntem Inhalt in das dort ständig schwelende Feuer zu werfen und sich an den Explosionen zu erfreuen, man durfte sich dabei aber nicht vom Rust August erwischen lassen. Der Rust August war damals ein alter Mann, der seine karge Rente als Müllplatzaufseher etwas aufbessern konnte. Ja der Rust August ist nun vermutlich auch schon so lange unter der Erde .....wie manches Andere.

  • Aber man habe es ja „eigentlich schon gewusst, dass alles in Ordnung ist“


  • Wie auch immer, mich verbinden nicht nur die alten Erinnerungen mit diesem Platz. Dort findet man auch ..hier und jetzt...einen Platz, der sich durch Beschaulichkeit und Ruhe und eine gewisse Distanz zum alltäglichen Leben hier in Bichl auszeichnet.
    Egal was im Untergrund Vergangenes, Vergessenes und "entsorgtes" sich befindet, auf der Oberfläche scheint es natürlich und friedlich zu sein. Die Natur holt sich diesen Platz zurück Rehe leben dort, es blühen Gartenpflanzen die nach dem sie vor 50 Jahren weggeworfen wurden überlebt haben.
    es kommt mir sogar so vor als würde sich der wirkliche Müllhaufen dieser Welt "aussenrum" um diese alte Müllkippe befinden, während auf dieser Müllkippe selbst Leben und Natürlichkeit herrscht...eine Insel inmitten einer kaputten Welt aus Betonwahn, Hektik; Flächenfraß und Egogehabe. Und es wird auch noch länger so bleiben, weil man erst am Ende unserer Zivilisation solche Flächen mit Altlasten für Wohnindustrie nutzen wird...erst wenn es gar nicht mehr anders geht.